
Ramona Schnekenburger
Mischwesen/ hybrids
HUMANIMALS
namenlos/unnamed
Pareidolien
Auflösung/dissolving
Augen/eyes
Mensch und Tier/human and animal
Kindheit/ Childhood
Vögel/ Birds
(english version below) Werkserie auf mittel – und großformatigen Leinwänden, derzeit 15 Werke, fortlaufend, Beginn 2021 Seit der Antike werden in nahezu allen Menschheitskulturen Mischwesen beschrieben. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um bedrohliche Ungeheuer (Chimära, Ammit, Nue). Der Mensch hält sich von ihnen fern, bekämpft sie oder sperrt sie ein. Die Vermischung der verschiedenen Arten macht Angst. Diese Kreaturen entziehen sich dem Wunsch nach Kategorisierung und klarer Einordnung. Im Gegensatz dazu, geht es in dieser Werkserie um die Verbindung verschiedener Tierarten, die etwas gemeinsam haben und, in einer sich verändernden Umwelt, als neue, sich an die Bedingungen angepasste Spezies, möglich werden. Sie strahlen eine friedliche Kraft aus, und laden zu Beziehung und respektvoller Koexistenz ein. //Series on medium- and large-format canvases; currently 15 works; ongoing since 2021 Since antiquity, cultures across the world have described hybrid beings – most often as fearsome monsters (Chimera, Ammit, Nue). Humans keep their distance, battle them, or lock them away. The mingling of species provokes anxiety; such creatures resist our urge to classify and come up with exact definitions. By contrast, this series explores affinities between different animal species—connections that, in a changing environment, could give rise to new, condition-adapted species. These beings emanate a quiet strength and invite relationship and respectful coexistence.
(english version below) Werkserie auf 70 x 50 cm großen Leinwänden, derzeit 4 Werke, fortlaufend, Beginn 2023 Diese Werkserie beschäftigt sich mit der Verwandtschaft des Menschen mit den Säugetieren. Wir sehen in Gesichter, die sowohl tierische, als auch menschliche Merkmale aufweisen. Da der Mensch, bis auf wenige Ausnahmen (z.B. im Schamanismus), ein starkes Abgrenzungsbedürfnis zum Tier zeigt und das tierische, unkultivierte und wilde im Menschen seit jeher als bedrohlich wahrgenommen wird, findet diese Annäherung nur sehr langsam, wenn überhaupt statt. Auch hier handelt es sich nicht um uns fremde Monsterwesen, sondern um einen Aufruf zum Kontakt mit dem uns Ähnlichen und einer daraus ermöglichten anderen Zukunft in Bezug auf das Zusammenleben von Mensch und Tier. //Series on 70 × 50 cm canvases; currently 4 works; ongoing since 2023 This series explores humanity’s kinship with mammals. We encounter faces that bear both animal and human features. With few exceptions (for instance in shamanic traditions), humans have long drawn sharp boundaries between themselves and animals; the animal—uncultivated, wild—has been perceived as threatening, and any rapprochement proceeds only slowly, if at all. Here, however, we are not talking about some weird, alien monsters but this is an invitation to engage with what is akin to us, opening the possibility of a different future for a coexistence between humans and animals.
(english version below) Werkserie aus kleinformatigen Zeichnungen, derzeit 20 Werke, fortlaufend, Beginn: 2020 In der Werkserie ‚unnamed‘ geht es um das vom Menschen verursachte namenlose Sterben von Tieren. Die kleinformatigen Arbeiten wagen den Versuch, diesen Einzelschicksalen einen würdevollen Raum zu geben. //Series of small-format drawings, currently 20 works, ongoing, start: 2020 The series of works 'unnamed' is about the nameless death of animals caused by humans. The small-format works attempt to give these individual fates a dignified space.
(english version below) Airbags & Earbones Bisher 2 Werkserien aus jeweils 6 Arbeiten Airbags: 15 x 11 cm, Pigmentliner und Ölfarbe auf handgeschöpftem Papier, 2023 Earbones: 19 x 14 cm, Pigmentliner und Ölfarbe auf handgeschöpftem Papier, 2024 Aus der Vorlage von verschiedener konkreter Dinge entstehen Zeichnungen, die kein klares Oben und Unten haben und zu ‚Pareidolien‘ werden. Man beginnt in ihnen Dinge zu sehen, die nicht bewusst angelegt sind. Es entsteht ein vielschichtiges Eigenleben,welches der Betrachter*in überlassen wird und diese/n dazu herausfordert sich einzubringen. Das Konzept der Wahrheit/Wirklichkeit wird durch die individuelle Wahrnehmung fluide. Diese Zeichnungen entstehen auf Reisen, wo im Erleben etwas ähnliches, wie beim Betrachten der Bilder geschieht. Gelerntes und die eigene Sicht auf die Welt beginnen sich zu verändern und werden im Kontakt mit Menschen, Natur und Tieren erweitert und in Frage gestellt. //So far, two series, each comprising six works. Airbags: 15 × 11 cm, pigment liner and oil paint on handmade paper, 2023 Earbones: 19 × 14 cm, pigment liner and oil paint on handmade paper, 2023 Based on templates of various concrete objects, drawings emerge that have no clear up or down and thus turn into “pareidolias.” The viewer sees things in them that were not consciously planned. A multilayered life of its own unfolds, left to the viewer and inviting him or her to engage. The individual perception makes the concept of truth/reality become fluid. These drawings are made while traveling, where something similar happens as when looking at pictures. What one has learned and what one has considered to be one’s own view of the world begins to shift and is expanded and called into question through encounters with people, nature and animals.
(english version below) Werkserie aus derzeit 35 Arbeiten, kleine Formate, Bleistift und Ölfarbe auf Japanpapier, fortlaufend, Beginn 2018 Jeweils ein Auge eines Lebewesens steht im Zentrum. Unzählige Kombinationen sind möglich, die dann wiederum Paare bilden. Die Kombination der einzelnen Augen zum Augenpaar führt zu einem Gegenüber, das nicht einzuordnen ist und doch vertraut erscheint.Das ‚in diese Augen hineinsehen‘ macht aus dem Betrachter einen Beobachteten. Bald ist nicht mehr klar, wer wen anschaut. Man sieht, dass man gesehen wird, wodurch es zu einer Art Selbstreflexion kommt. Wenn wir jemandem, Tier oder Mensch,länger in die Augen schauen, entsteht eine Verbindung, Empathie, ein intensiver Zustand. //Series currently comprising 35 works, small formats, pencil and oil paint on Japanese paper; ongoing, start: 2018. Each work centers on a single eye of a living being. Countless combinations are possible, which in turn can form pairs. Combining individual eyes into a pair produces a counterpart that resists classification yet feels familiar. By looking into these eyes the viewer himself turns into the one who is being observed. After a while it is no longer clear who is looking at whom. One perceives that one is being seen, which leads to a kind of self-reflection. When we look into someone’s eyes—animal or human—for a longer time, a connection inevitably emerges: empathy, an intense state.
(english version below) Hier geht es um das Aufzeigen einer technischen Besonderheit in den Arbeiten der letzten 10 Jahre. Neben den vielen Schichten aus Asche, Ölfarbe, einer eigenen Drucktechnik und dem Bleistift, spielen Oberfläche und Haptik eine immer größer werdende Rolle. Die Bildträger reichen von Leinwand, über das gefundene Holzbrett hin zu zerknittertem Japan-, und handgeschöpftem Papier. Das Papier wird zuerst dafür verwendet, dem Leinwandhintergrund Struktur zu geben und wird danach selbst zum Bildträger. Das Motiv löst sich in der weißen Materialität des Papiers und der Ölfarbe auf, hat kaum mehr klare Ränder und wird dadurch dynamisch, öffnet sich seiner Umgebung. Man weiß nicht, ob es gerade auf- oder abtaucht. //This section highlights a technical feature in works from the past ten years. In addition to many layers of ash, oil paint, a self-devised printing technique, and graphite, surface and haptics play an ever greater role. The supports range from canvas to found wooden boards to crumpled Japanese and handmade papers. The paper is first used to give structure to the canvas ground and then becomes a support in its own right. The motif dissolves into the white materiality of the paper and the oil paint, with scarcely any clear edges; it becomes dynamic and opens to its surroundings. One cannot tell whether it is surfacing or submerging.
(english version below) 8 Arbeiten in unterschiedlichen Formaten, fortlaufend, + 4 HUMANIMALS Beginn: 2015 Die Beziehung zwischen Mensch und Tier taucht immer wieder auf. Ob es um eine Symbiose, wie bei den HUMANIMALS , oder wie hier alltägliche Begegnungen, die von zärtlichem im Arm halten bis zum irritierenden Betrachten eines toten Fisches, immer geht es um dieses gemeinsame Bewohnen der Erde. Das ist ein Kernthema dieses Werks. //8 works in various formats, ongoing, plus 4 HUMANIMALS; start: 2015 The relationship between humans and animals recurs throughout. Whether it is a symbiosis – as in the HUMANIMALS – or, as here, everyday encounters ranging from a human holding an animal in his arms tenderly to the irritating contemplation of a dead fish, it is always about our shared inhabiting of the Earth. This is a core theme of this body of work.
(english version below) 25 Arbeiten, eine Mischung aus kleinformatigen Zeichnungen, und großformatigen Gemälden, 2011 - 2019 Die dem Thema Kindheit zugeordnet werden können. Diese Zeit der größten Abhängigkeit prägt unser ganzes Leben. Die Beziehung zu den Eltern, zu Verwandten und Freunde*innen, sowie das kindliche Allein-mit-sich-sein werden hier bearbeitet. Die kleineren Zeichnungen nehmen vor allem Intimität zwischen Eltern und Kindern in den Fokus. //25 works, a mix of small-scale drawings and large-scale paintings, 2011–2019 These works deal with the theme of childhood. Our childhood is the period of greatest dependence and it shapes our entire lives. Relationships with parents, relatives, and friends—as well as the child’s being alone with oneself—are explored here. The smaller drawings focus on intimacy between parents and children.
Mischwesen/hybrids
(english version below) 30 Arbeiten, eine Mischung aus kleinformatigen Zeichnungen, und mittel- großformatigen Gemälden, fortlaufend, Beginn: 2013 Den Vögeln ist ein eigener Bereich gewidmet, da sie überdurchschnittlich häufig in den Tierabbildungen vorkommen. Sowohl bei den Mischwesen, als auch in den früheren Arbeiten. Die Klasse der Vögel ist die artenreichste der Landwirbeltiere. Wir finden unter ihnen sowohl sehr schöne, als auch sehr hässliche Exemplare. Letztere sind hier von besonderem Interesse. Es passiert nicht selten, dass man in Ihnen menschliche Züge entdeckt, so kommen sie auch in vielen Mythologien vor, bei denen Mensch und Tier vereint werden. (Harpyie, Sirene) //30 works, a mix of small-scale drawings and medium-to large-format paintings; ongoing, since 2013 A whole section is dedicated to birds because they appear very often in the animal depictions – both in the hybrid creatures and in earlier works. The class of birds is the most species-rich among terrestrial vertebrates. Among them we find both very beautiful and very ugly specimens; the latter are of particular interest here. It is not uncommon to perceive human traits in them, which is why they also appear in many mythologies where human and animal are fused (harpy, siren).






































































































































































